Das grosse TAAAAAA!!!

Zeit zum Jubeln. Zeit zum Luftholen. Zeit zum Stolzsein! Meine Bachelorarbeit mit dem äusserst kreativen Titel „Internet und ADS“ ist in Sack und Tüten auf dem Weg durch Deutschland zu meiner Uni. Ich hatte schon fast ein schlechtes Gewissen, weil ich die letzten Nächte vor dem Abgabetermin nicht durchgemacht hatte. Für gewöhnlich bin ich doch immer so spät dran, dass ich fünf Minuten vor der Angst erst fertig werde und in einem nicht enden wollenden Arbeitshaufen ersticke. Diesmal nicht.

Schön entspannt bin ich alle Verzeichnisse durchgegangen und habe hier und da ein bisschen Korrekturlesen über die Arbeit ergehen lassen. Jetzt ist sie weg (WEG!) und ich bin wieder allein, allein. Ehrlich gesagt, weiss ich noch gar nicht, was ich mit all meiner Zeit machen soll. Ich habe keine Bücher mehr zum Durchwälzen, keine langen Texte zum Schreiben, keine zwei Stunden Radfahren am Tag... Hmmmmmmm... Jetzt, da ich endlich fertig bin, würde ich am liebsten noch einmal von vorne anfangen und eine neue Bachelorarbeit schreiben. Verrückt. Jedenfalls ist erst einmal Resozialisierung angesagt. Mit Freunden treffen, Dummheiten anstellen und durchs Leben stromern. Das ist der Plan für Ende Juli/Anfang August.

 

 

Der depressive Osterhase

Den einen Tag habe ich einen wirklich, wirklich, wirklich depressiven Osterhasen gesehen. Womöglich war er sogar schon tot vor lauter Kummer, so genau kann ich das nicht sagen. Vielleicht lag er auch nur auf dem Boden und hat geweint. Oder sich von einem Dauerlauf erholt. Fakt ist: da auf dem Bürgersteig, direkt vor der Strasse, lag ein armes, armes Osterhäschen mit dem Bauch auf dem Boden, ganz niedergeschlagen. Mit seinen zwei langen Löffeln schmückte es den Gehweg. Wahrscheinlich haben die Hühner den Hasen gejagt, bis er tot umgefallen ist. Osterhase! Man klaut ja auch nicht einfach die Eier der Hühner, malt sie bunt an und versteckt sie... Also wirklich! Ostern ist nun auch schon ein Weilchen vorbei.

Mag auch sein, dass ein kleines Kind sein Stofftierhäschen verloren hat und der Hase deswegen wie tot auf dem Boden lag. Man munkelt...

 

Die Maus und die Ratte

Mitten in der Stadt. Verkehrsknoten. Eine kleine grüne Ecke, in der man sich verkriechen kann. Da sitze ich und warte auf einen Anruf, verborgen im Grünen, auf einer bescheiden aussehenden Bank. Ich kritzel gerade auf einem Blatt Papier herum, als sich etwas ausgenommen grüner Blätter bewegt. Es ist eine Maus! Zwei Meter neben mir. Braun, klein  und irgendwie... süss. Mümmelt da im Gras und huppelt langsam ins Gebüsch. Okay, solange sie mir nicht zu nah kommt, soll sie doch huppeln, wo sie will.

Zwei Minuten später. Unter meiner Bank bewegt sich etwas. Ein grosses, braunes Etwas huscht genau an meinem Bein vorbei und hopst über den Weg vor meiner Nase. Ich glaube, es sei die Maus von eben, aber ich weiss auch nicht. Diese hier scheint doppelt so gross zu sein und... hm... eine Ratte? Direkt neben meinen Füssen? Vor mir auf dem Weg? Wo um alles in der Welt bin ich hier gerade gelandet? Das habe ich ja nicht einmal bei mir im Vorörtchen...! Yummieee!

 

Der Pinkler

Nachdem ich mich von der Ratte erholt hatte, kam ja gleich das nächste Ding. Ich wühle in meinem Rucksack, als ich höre, wie jemand sich nähert.  Er macht seinen Weg direkt ans Gebüsch ohne mich zu beachten, doch ich schiele zu dem Kerl rüber. Das ist jetzt nicht sein Ernst!? Will der da direkt neben mir jetzt ins Gebüsch pinkeln?! Was für ein Vogel!

Ich habe Glück. Er pinkelt nicht, sondern marschiert dann doch an mir vorbei auf die andere Seite der Bank. Hat er mich also doch noch bemerkt, läuft nun lieber woanders hin zum Pinkeln und... direkt ran ans Gebüsch. Jetzt will er nicht mehr links von mir pinkeln, sondern rechts von mir! Zipp! Platschplatschplatsch. Ich bin hin- und hergerissen zwischen laut loslachen und bitterlich weinen. Was zur Hölle?! Freakige Stadt, ich sage es immer wieder...

 

Bücher, die nun anstehen:

Homer - Ilias und Odyssee (sind ja nur noch ca. 570 Seiten, dann bin ich auch schon fertig... o.O)

Keller - Die Leute von Seldwyla (u. A. mit Romeo und Julia auf dem Dorfe oder auch Kleider machen Leute. Da ich für Homer Ruhe brauche, kann ich seine Werke nicht unterwegs lesen. Dafür jetzt Keller.)

1 Kommentar 23.7.11 15:56, kommentieren

Gehirnpups-Tag

So ein Mist. Nicht im Zeitplan, aber hey! Die erste Fassung meiner süssen, kleinen, handgerechten Bachlarbeit ist fertig!! Das müsste ich eigentlich feiern, aber dafür habe ich keine Zeit.  Ich fühle mich wie das Kaninchen von Alice im Wunderland. „Oh seht, oh seht! Ich komme viel zu spät!“ Keine Zeit, keine Zeit! I’m late!

Trotzdem ist es erst einmal eine riesige Erleichterung. Und nächsten Freitag ist dann endlich alles vorbei! Dann werde ich mich wieder ins Leben schmeissen und mich sozial überintegrieren. Meine Freunde haben schon versprochen, mich zu resozialisieren, damit ich nicht ganz so verloren bin. Ganz so, wie sie es mit unserem verstrahlten Hamsterplüschmaskottchen versuchen, aber seit Jahren aus mir nicht erfindlichen Gründen scheitern... Vielleicht liegt es an seinen rosa Haaren, dem gelben Fell oder den verdrehten Augen. Ich weiss es nicht. Aber er versucht es doch wirklich!

 

Bild eines Baumes 

 

Meine To-Do-Liste ist echt lang. Sämtliche Freunde wollen mich als Besuch haben bzw. ich will und lade mich einfach selbst ein. Ausserdem muss ich unbedingt Klamotten einkaufen. GRUSEL! Ich hasse es. Ja wirklich, ich hasse es tatsächlich.

Ich wollte eigentlich schon seit dem Morgen an der Arbeit schreiben, habe aber bis 9 Uhr geschlafen und mich dann mit meinem Papa verquatscht. Als ich mich endlich ransetzen wollte, kam einfach nichts Gescheites aus meinem Schädel raus. Ich hatte das Gefühl, dass meine Gedanken von einem gigantischem Gehirnpups abgewürgt wurden. Ganz recht, Gehirnpups. Der ist da, wenn man zum Beispiel etwas erklären möchte, aber es kommt nur BLA dabei heraus; wenn man sich verhaspelt, verzettelt, einfach nicht auf den Punkt kommt oder Quatsch erzählt. Mein Bruder und ich schmeissen uns dann oft lauthals ein „Gehirnpuuuuuups“ an den Kopf, um darauf aufmerksam zu machen, dass der jeweils andere gerade Sülze redet. Dann müssen wir immer lachen. Primest!

Bis 14 Uhr oder so sass ich vorm Laptop und habe ihn gewissermassen doof angeschaut. Irgendwann wusste ich nicht einmal mehr, ob mein Gehirn den Laptop anpupst oder der Laptop mein Gehirn. Es war also Zeit, denn ich habe ja KEINE Zeit: Ich musste etwas unternehmen! Ich musste endlich wach werden und den Kopf quasi durchlüften.

Also eine Runde rennen gehen. Umziehen und ab dafür! Tja, ich habe dann auch recht schnell zu spüren bekommen, dass es zwischen 14 und 15 Uhr war und dementsprechend die Mittagssonne ballerte. Mein Papa hat mich nur angeguckt und den Kopf geschüttelt, ganz als würde er sagen wollen „Ich sage nichts mehr, du bist alt genug.“

Zurück zu Hause stellte ich mich auf die Terrasse neben Mamsiii, Papsiii und Omilein. Ich sah aus, als wäre ich in einen Pool gesprungen. Nein, nicht ganz. Ich sah aus, als hätte ich meine Arme, meine Beine und meinen Kopf in einen Pool gesteckt, während mir ein Eichhörnchen auf den Rücken puscht. Es lief und tropfte!

Habe dann auch glattweg erst einmal ein ordentliches Stück Windbeuteltorte verschlungen. Die hat mich so hoffnungsvoll angegrinst und ich hörte sie schon förmlich mit piepsiger Stimme sagen „Iss mich! Ich schmecke guuuut!“ Ja, sie schmeckte gut!

Es ist ein schönes Gefühl, wenn man den Sport nicht macht, um abzunehmen. Dann kommt man danach wieder Heim und frisst sich erst einmal voll. Und alles ist genauso wie vorher!

Während ich so meine Torte auffutterte, holte meine Omi ihr Fernsehprogrammheftchen und schlug direkt die Mitte auf. „Nik, magst du das haben?“ Ich beschaue mir das Gezeigte – eine Doppelseite mit Harry Potter and Friends! Da musste ich erst einmal lachen. Bombastisch! Was zur Hölle sollte ich mit einem Miniaturposter von Harry und den anderen Harlekinfiguren? Zugegeben, ich fand die ersten 5 1/2  Bücher ziemlich gut, aber da war ich... jünger. Die restlichen 1 1/2 Bücher und die Filme fand ich dann eher enttäuschend und meine Pottermanie wurde recht schnell geheilt.

Andererseits... wer hat mit fast 23 Jahren noch eine  Harry Potter Doppelseite bei sich an der Zimmerwand zu hängen?? Damit kann ich bestimmt Eindruck machen, wenn ich während meiner Resozialisierung einen Kerl nach dem anderen in mein Zimmer abschleppe...

Gleich morgen frage ich meine Oma, ob ich es nicht doch haben darf! [Wäre mein Bruder da, würde er jetzt wohl sagen: „Gehirnpuuuuups!“]

16.7.11 23:49, kommentieren

Jugendliebe - oder: Ick werd bekloppt!

Das versteh mal einer! Da gibt es Wochen (ja, sogar Monate) da schreibe ich gar nichts und dann gibt es Tage, da könnte ich am liebsten jede Stunde etwas neues bloggen. Heute ist so ein Tag.

Ich gehe den unsagbaren Haufen digitaler Fotos auf meinem Laptop durch. Ein bisschen in Erinnerungen schwelgen. Da sehe ich ein Bild von 2007 von einer sehr guten Freundin. Dick grinsend. Ich lache und schicke es ihr gleich rüber. Wie jung wir mal waren!

Auch die anderen Fotos sind einfach zum Wegschmeissen. Also nicht die Fotos, sondern ich bin zum Wegschmeissen, wenn ich sie sehe. (Hm... Soll ich während des Wegschmeissens mal das „m“ vergessen??? *lach* Pupsie pfui!)

Ich erreiche den Ordner „Pineda de Mar“. Ferienlager in Spanien, ich glaube 2004, bin mir da aber nicht ganz sicher. Vielleicht auch 2005... Dort in dem Ordner gibt es jedenfalls ganze 8 Fotos in unglaublich schlechter Qualität. Auf den zwei Gemeinschaftsfotos erkennt man eigentlich nur sich selbst und das auch nur, weil man weiss, wo man stand und was für Klamotten man trug. Der Rest ist ein einziges Bündel aus verwaschenen Pixeln. Ich muss damals Ende 15, fast schon 16 gewesen sein.

Foto 1 und 2: die komplette Truppe.

Foto 3: Ach, wie nett. Ein Gruppenfo... Ui!

In diesem Moment verfalle ich in eine Art Freeeeeeze und starre ein Gesicht auf dem „Gruppenfo...“ an. Ich starre und starre und starre. Das gibt’s doch nicht! Gott, sieht er guuuuuuuuuuuuuuuuuuuut aus!!! Wie ein Vollmilchschokoladenjunge mit Zartbitterhaaren auf dem Kopf! Original so! Eine wunderbar braune Haut und die dunklen Haare dazu! Das ist er! Der erste Junge, in den ich mich so richtig hin und weg und raus und rein verguckt und verschossen habe! Ich starre weiterhin.

 

-->EXKURS [wer nicht lange um den heissen Brei lesen will, möge diesen überspringen und zum Ende scrollen. Allen anderen viel Spass bei dem Bericht vom Ferienlager]

In Spanien in einem 2-wöchigem Camp, in dem zum Essensappell immer laut Seeed mit „What you deserve is what you get“ und dessen fette Sirene gespielt wird. Jeden Tag.

Und er ist ja sooo cool! Er macht immer verbotene Sachen. Nachts übern Zaun vom Platz klettern oder heimlich rauchen und so. Man, messerscharf! (Damals war das total bombastisch. Einfach unvorstellbar!) Ich habe sogar die Ehre mit ihm zu zweit durch Pineda zu laufen! Hach, klopft mein Herzchen aber! Klein Tim ist sogar eigentlich ganz lieb, obwohl er so cool ist! Meistens sind die Jungs ja wirklich Arschis, sobald sie cool sind. Er aber irgendwie nicht. Ich müsste lügen, aber ich glaube, dass er sogar ein oder zwei Jahre jünger ist als ich. Aber das macht nichts.

Und dann kommt die doofe Nina mit ihren echt grossen Hupen! Sie ist grösser und älter als er und als ich und knutscht alles und jeden ab. Ihn anscheinend ganz besonders. Ich hätte ihr am Liebsten ihre Eumelliesen genommen, in ihre Ohren reingesteckt und alles, was noch raushängen würde in ihre Schnute geschoben!

Wie soll ich denn da eine Chance haben? Ich kleines Mauerblümchen von damals? Ach, was sage ich? Mauerblümchen ist ja regelrecht untertrieben. Mauerblümchen versteckt in einer tiefen Höhle. Ich graue Maus eingepackt in zwei Extralagen Winterfell. Ich zu 100% ausstrahlungsfreier Teenie! Ach ist das gemein!

Ich muss mich also geschlagen geben. Mit ihrem Charme, besonders in Form zwei so mächtiger, schlagender Argumente, kann ich nicht mithalten.

Ich bin mit einer Freundin von damals dorthin gefahren. Witzigerweise sind noch zwei andere Mädels aus unserer Klasse da. Die eine kann ich ja gerade so ertragen, aber die andere ist ein echtes Schand- und Lästermaul. Schon auf der Bustour nach Spanien hat sie ununterbrochen über jeden einzelnen aus der Klasse gemeckert. Die schwarzen Fingernägel von sowieso und das Aussehen von dem und dem. Mir ging das voll gegen den Strich und ich habe mich die ganze Busfahrt nicht auf ihr Niveau herab gelassen, um toll mitreden zu können. Ich war also still, während sie idiotisch lästerte. Irgendwann mitten in Frankreich dreht sie sich zu mir: „Alles klar bei dir? Du bist so ruhig.“ Hm, da ist ihr wohl aufgefallen, dass ich mich nicht in ihre Gesprächsthemen einklinke. In der 5./6. Klasse war sie meine beste Freundin, aber als sie anfing so über andere zu reden und selbst mich für dumm verkaufen wollte... Nein danke.

Aber zurück zu dem Schokoladenbubi!

Der Oberhammer kommt in einer Nacht. Ich schlafe bereits. Das ist so schön! Wir ziehen immer unsere Schlafsäcke aus den Zelten und liegen unter freiem Himmel. Warm genug ist es ja alle Male! Einfach... himmlisch im wahrsten Sinne des Wortes.

Plötzlich wache ich auf. Ich weiss gar nicht warum, weil ich schon fest irgendwo im Traumland war. Ich weiss bis heute nicht, ob es Zufall war oder ob ich wach geworden bin, weil... meine Freundin, mit der ich die ganze Fahrt geplant hatte (also die gute!) mit Tim redet... über mich! Da fällt mein Name und die Frage, wie er mich finden würde. Was die Frage sollte, weiss ich nicht. Verkupplungsversuch? Neugierde? Jedenfalls ist sie definitiv nicht böse gemeint. Mein Herz pocht. Er würde ihr gleich antworten. Sie denken ja, ich schlafe schon... Und was antwortete Klein Tim?

„Ganz okay. Nett.“

Ganz okay? Nett? Na toll! Meisterklasse! Wach ich mitten in der Nacht auf und das erste, was ich höre: er findet mich... ganz okayyyyyy, nätt! Hätte er nicht sagen können, „Wenn ich könnte, würde ich braungebrannter Junge sie auf einem weissen Ross am Strand von Pineda entlang tragen und ihr Lieder singen. Und ich würde aufhören zu rauchen“????

Da bin ich nun schon fast jede Nacht gestorben, weil Nina ihre Monsterboobys mit Ausschnitt bis zum Boden trägt und nun das! Aber als ob das nicht ausreichen würde, um klein Kuhschubserlie traurig zu machen...

„Naja, sie hats nicht ganz leicht“... WTF!

Fängt meine Freundin plötzlich an von Dingen zu reden. Von Dingen, die niemanden etwas angehen. Von Dingen, die nicht in die Welt herausgetragen werden sollen. Dinge über mich. Dinge, die ich für mich behalten möchte! Dinge, die nur ICH jemandem erzähle, wenn ich es möchte, aber kein anderer! Auch nicht sie! Die Dinge, die mich zu der kleinen Schildkröte gemacht haben, die sich wortwörtlich ihren Schutzpanzer überstreift, um sich dahinter vor der Welt zu verstecken.

Sie sagt im Grunde nichts Böses über mich. Aber dennoch bin ich so enttäuscht, dass sie etwas so Privates preisgibt. Mein medizinisches Problem hat nichts in einem Gespräch zwischen ihr und jemand anderem zu suchen! Am wenigsten zwischen ihr und Tim.

Spanien war so schön bis zu dieser Nacht. So wunderbar! Ich habe zum grossen Teil Abstand von dem Gedanken nehmen können, dass sich mein Leben um orthopädische Massnahmen dreht, dass ich 24 Stunden am Tag immer an die gleiche Sache erinnert wurde, dass ich 24 Stunden am Tag meinen schützenden Harnisch trug, dass ich mich 24 Stunden am Tag wie eine schlechter Witz der Natur gefühlt habe. Wenn Spanien vorbei geht, würde es wieder so gehen. Dann würde mein Urlaub, meine Pause, meine Auszeit vorbei sein.

Tsü! Mir doch egal, was Tim denkt und was sie erzählt! Dafür hat Manu mich massiert und am letzten Abend habe ich mit Max getanzt! <--

 

Ich starre also auf das Foto. Dann halte ich mir den Mund zu, als ob ich irgendetwas Schlimmes sehen würde. Aber eigentlich sehe ich ja nichts auf dem Foto. Jedoch wird mir klar, dass es in der ersten ernstzunehmenden Geschichte aus meiner Feder schlappe VIERUNDNEUNZIG Seiten um einen braungebrannten, dunkelhaarigen, coolen, aber netten jungen Mann geht. A4-Seiten Schriftgrösse 11 wohlbemerkt.

Und als wäre das nicht genug... Ich zeichne selten. Wirklich sehr selten. Irgendwann 2008 oder 2009 habe ich doch dieses eine... Das muss ich erst einmal rauskramen. Ich durchwühle meine Zeichenmappe, die ja nun nicht sonderlich voll ist und da ist es. Eine Bleistiftzeichnung von einem schnieken Kerl. Nicht perfekt, weil ich nicht sonderlich gut zeichnen kann, aber gut genug. Gut genug um zu erkennen, dass das männliche Wesen auf dem Bild und auf dem Foto die gleichen dunklen Haare, die gleiche Frisur, die gleiche Nase, den gleichen Mund, die gleiche dunkle Haut haben. Wenn ich das Bild umdrehe und gegen das Licht halte (also spiegelverkehrt), dann hat die Figur sogar den gleichen Gesichtsausdruck, wie der Junge auf dem Foto.

Also das ist wirklich... gruselig. Ich weiss gerade nicht so recht, was ich davon halten soll. Also entweder hatte er nur Glück und hat voll in mein süsse-Jungs-Schema gepasst oder ich habe es wegen ihm erst entwickelt. Ich weiss nicht, was zuerst da war: Huhn oder Ei? Er oder mein Schema?

 

Ich glaube wirklich, dass er heute bestimmt richtig... handsome geworden ist. Würde mich ja schon interessieren, was aus ihm geworden ist. Vielleicht raucht er ja auch nicht mehr *grübel*

Vollmilschokoladenjunge mit Zartbitterhaaren, wenn du das hier liest, ich bins! Die kleine... ganz Nette aus Pineda. Und ich habe nur auf dich gewartet! Ich bin doch noch immer unsterblich in dich verliebt!

*hust*

Ob ich diese Anzeige in seiner Stadt schalten sollte? Haha. Naja, ich gehe jetzt erst einmal schlafen und träume von einer Menge Schokojungs. Hihi. Gleich ganz viele auf einmal! Höhö! Und alle Ninas werden nicht reingelassen. *kicherkicher*

Ach, mir geht’s ja eigentlich wirklich gut ;o)

 

 

3 Kommentare 16.7.11 01:47, kommentieren

Jedem das Seine ^^

Da ich mich gleich wieder an meine Bachelorarbeit machen muss (boaaahhh!! Heute offiziell der letzte Tag, an dem ich Text verfasse. Ab morgen dann nur noch Layout, Verzeichnisse, Hin- und Herschieben uuuuund ein bisschen Korrekturieren [mmm, tolles Wort xD]), nur ein kurzer Eintrag. Es sei denn, ich schwafel wieder rum...

Aber, ich wollte unbedingt den Typen hier festhalten, den ich heute auf dem Weg zur Uni gesehen habe. Ich war ja nun schon mit meinem Radlhasl ins Gewühle Berlins vorgedrungen und stehe nichtsahnend an einer roten (ich wollte gerade "toten" schreiben ^^) Ampel, als vor mir ein eigentlich ziemlich gut aussehender Kerl langläuft. Fesche Schuhe, ordentliche Hose, schnuckeliger Pullover, unglaublich charmantes Gesicht, Strubbelhaare (mmmmmmmm, das mag ich!) und.... ach du... Was... ist... daaaas??!!

Goldfarbene Kopfhörer! Und damit meine ich nicht, kleine unscheinbare Ohrhörer, von denen die Hälfte eh in der Ohrmuschel verschwindet. Nein, ich meine in der Tat dicke, fette Klopper-Propper-Kopfhörer! Mich erinnern solche DJ-Dinger eh schon immer an Puschelohrwärmer, die einen im Winter so arg knuddelig nach Teddybärchen aussehen lassen. Ich bin zwar eigentlich kein Fan von solchen Kopfhörern aber zuweilen können sie in der Tat sehr interessant aussehen und anziehend wirken.

Aber G.O.L.D.farben??? Ganz ehrlich, Junge! Damit siehst du aus, wie ein Mischmasch aus Coco, dem Affen und einem berliner Pseudokönig, der sich in seiner abgeranzten, billigen Stadt Luftschlösser vorstellt. Und diese Mischung ist doch eher etwas grotesk... Entweder man macht einen auf niedlich oder man macht eben einen auf cool.

Ich gehe stark davon aus, dass sein Ziel die Cool-Schiene war und er die Assoziation zu dem putzigen Affen noch nicht gemacht hat. Vielleicht kommt er ja irgendwann darauf. Wir haben schliesslich alle unsere Macken und Fehler.

Apropos Macken. Davon bin ich ja nun nicht ganz ausgeschlossen. Ich sitze in der Uni zum Glück in meinem ganz eigenem Klassenraum, sodass ich in Ruhe an meiner Arbeit schreiben kann. Wenn ich verschwitzt hier hereinkomme, muss ich mich erst einmal von meinem Radmarathon erholen und eine Kopf- und Körperpause machen. Wenn ich mich danach aber so langsam wieder aufrappel, könnte man echt eine Kamera aufstellen und ich würde eine eigene Comedyshow abziehen können.

Da sehe ich hinten in der Ecke den Mülleimer. Vor mir, ein Stück alte Folie. Klick machts: Folie in Mülleimer. Ich visiere den Mülleimer an, stehe gaaaanz langsam auf und schleiche zwei, drei Schritte in seine Richtung. Wie eine Raubkatze auf der Lauer. Dann schiesse ich los, durch die Stuhlmenge hindurch, schmeiss die Folie in den Eimer und sprinte wie ein Superheld zurück auf meinen Platz. Auf meinem Stuhl sitze ich dann, als ob nichts gewesen wäre und sehe mich verstohlen um. Nach links, nach rechts, einmal durch den Raum, ob mich auch ja niemand gesehen hat.

Natürlich hat mich niemand gesehen, ich bin schliesslich alleine in diesem Raum...

Ich kichere vor mich hin, weil mir erst jetzt klar wird, wie bescheuert diese Aktion eigentlich war. Und auf meinem Tisch liegt noch eine zweite Folie... Was ich damit wohl mache? Ich nehme sie in die Hand und grinse den schwarzen Mülleimer an. Na dann mal los! Nur aufpassen, dass mich keiner sieht!

 

Edit: Ey, der will mich hier wohl schon wieder ver...eiern!! Wird mir schon wieder mein Layout quergeschnitten. Grml! Ich sollte wohl nicht mehr im simplen WordPad vorschreiben und es von dort hier reinkopieren. Das verträgt sich anscheinend nicht... Muss jetzt also erst mal so lange Edits machen, bis das wieder funzelt. Prima Beschäftigung um sich nicht mit den wichtigen Dingen des Lebens zu befassen. *grins*

 

 

1 Kommentar 15.7.11 10:24, kommentieren

Edit: Hab den Titel vergessen und einfach leer gelassen

Heute früh habe ich die wohl nüchternste Einladung meines Lebens bekommen. Man sollte vielleicht dazu sagen, dass es eine Freundin... äh... besser eine gute Bekannte ist, mit der ich viel unternommen habe, aber seit dem Ende der Schule nur sehr sporadisch Kontakt habe. Was nicht heisst, dass ich sie nicht mag. Wir haben halt beide unser Leben und das ist manchmal stressig.

„Guten morgen. Ich mach jetzt am Sonntag so ab 14 ne einweihungsfeier. Sag bitte bescheid, ob du kommen kannst. LG“

Heyyyyy! Ja, mir geht’s auch richtig gut, danke der Nachfrage. Und ich freu mich richtig, dass du mich so herzlich einlädst und du auch so gigantisch aus dem Häuschen bist, dass wir uns nach langer Zeit mal wieder sehen. Ich werde dann am Sonntag durch Berlin irren, auf der Suche nach deiner Adresse. Übrigens gut, dass du deine Einweihungsfeier so langfristig planst. Aber eigentlich ja nicht nötig. Wer plant am Mittwoch schon sein Wochenende?

Ernsthaft, da vergeht mir schon fast die Lust, wenn ich das so lese. Zu dumm, dass ich auf Arbeit an meiner Arbeit arbeiten werde.

 

Auf dem Weg nach Hause war ich echt am Kotz... Rumjamm... eeehm... am Verzweifeln, weil ich nach der Akademie spontan mit Rad in die Stadt reinfahren musste. Das war echt selbst für mich sehr weit. Das sagt auch mein liebster Herr Popo. Autsch!. Und dann habe ich bei dem schlechten Grummelwetter festgestellt, dass um „kurz vor Regen“ Krabbelflügelgeviechs auf Augen- und Mundhöhe zu fliegen pflegt. Die Aussicht auf Regen war dann auch nicht sonderlich toll.

Und dann hupt da auch noch so ein Spinner auf der Strasse. Für gewöhnlich schau ich da gar nicht hin, weil ich meist gar nicht gemeint bin. Ich fahre schliesslich brav auf meinem Radweg, was soll der da 15 Meter weiter auf der breiten, dicken Strasse ausgerechnet mich anhupen?!  Aber diesmal habe ich doch geschaut, wer da einfach so ohne Grund rumhupt.

UND ICH HABE JA SO GEFEIERT AUF MEINEM RAD!!! Ich hab mich ganze 2 km nicht mehr eingekriegt!

Auf dem Beifahrersitz des hupenden Autos, halb aus dem Fenster gelehnt, sehe ich eine meiner besten Freundinnen wie eine aus der Anstalt ausgebrochene Irre winken. Breit grinsend mit einem lauten „Huhuuuuuuuuuuuuuu!!“

Mit einem Mal kam mir der Weg nicht mehr so weit, schmerzhaft und insektenreich vor... Gut, geregnet hat es dann noch ein bisschen, aber nicht viel.

 

Ganz nebenbei: Wenn Milow nicht immer seine Haare abrasieren würde, würde ich ihn eventuell doch noch heiraten. Er hat sich nur noch nicht getraut, mich zu fragen *grins* Scherz beiseite. Ich liebe seine Lieder, besonders von seinem neuen Album North and South.  Und live singt er noch sooooo viel besser! Da geht er echt ab und singt von „I have no trouble with you fucking me but I have a little trouble with you not fucking me“ Ich hätte es nie gedacht, aber der kleine Sunnyboy wird auf der Bühne ein richtiger Player. Das muss man erlebt haben, ansonsten kann man es sich nicht vorstellen. Einfach nur der Hammer.

Aus seinem Internetauftritt: „Milow played over 300 shows in 20 different countries in the last 3 years, all while running his own record label and publishing company.” Das heisst, alle 3-4 Tage einen Auftritt + eigenes Plattenlabel + eigener Verlag + neue Musik aufnehmen. Ich habe das Gefühl, er ist ein Workaholic. Soll er mal seine Glatze behalten. Er ist ja eh nie zu Hause, um sich um seine Frau zu kümmern. Ausserdem hat sich meine Mama Bruno Mars als Schwiegersohn ausgesucht und da mein Bruder ihn wohl kaum heiraten wird, muss ich das wohl übernehmen... ;o)

 

Ab ins Bett! (Ach da bin ich ja schon!)

Laptop weg und Augen zu! (Aber es ist sooooo warm im Zimmer!)

Keine Widerrede! (Naaaaaaaguuuuuut, dann gehe ich jetzt an einem Hitzeschock sterben...)

.Kuhschu.

 

 

13.7.11 22:51, kommentieren

Kurioses

Um den Gedanken vom frühen Nachmittag ein wenig die leidige Luft zu nehmen, nun noch ein paar, wie ich finde, witzige Erlebnisse.

 

Unumstrittener Platz 1: Das betrunkene Eichhörnchen

Am Wochenende war ich mit meinem Bruder, meinen Cousins und zwei Freunden unterwegs, weil wir uns vom Frauen-Deutschlandspiel im Public Viewing unterhalten lassen wollten. Es waren übrigens, wie so oft, wenn ich ausserhalb meines Mädelsfreundeskreises unterwegs bin, 5 Kerle gegen 2 Mädels. Wir also leicht in der Unterzahl. Schade nur, dass 3 davon aus meiner Familie sind, der 4. mit dem 2. Mädchen seit unzähligen Jahren zusammen ist und der 5. bereits verheiratet. Nichts für mich dabei :P

Als wir also auf solch netten Bierbänken im Grünen sassen (ja, so etwas gibt es tatsächlich in Berlin!), kam zwei Meter neben uns ein knuffeliges Eichhörnchen mit seinem Puschelschwänzchen dahergehüppelt. Wir zwei Mädels natürlich sofort in ein schwärmendes „Oooooohhhhh, ein süsses Eichhörnchen!“ geschwelgt. Die Kerle waren eher mässig begeistert. Da hoppelt es also an uns vorbei, direkt auf den Holzzaun zu. Dieser typische Holzzaun mit den querstehenden Latten im Karomuster. Da ist also mehr Loch als Holz zu sehen. Eichhörnie setzt zum Sprung an, um durch eines der Löcher zu hüppeln und... klatscht voll gegen den Zaun!! Wir haben ja so gebrüllt vor lachen! Es war ja auch nicht so, dass es sich am Zaun festgehalten hat, um daran hochzuklettern. Nein! Es ist direkt dagegen gehoppst und dann wieder leicht bedröpelt auf den Boden geplumpst. Das war echt die Härte!

Berlin ist, wenn nicht nur die Obdachlosen betrunken sind, sondern die Eichhörnchen gleich mit.

 

Platz 2: Wir lachen trotzdem!

Ebenfalls Wochenende. Ebenfalls die Frauenweltmeisterschaft. Ebenfalls das Public Viewing. Wir auf einer Bierbank (jetzt ist es aber eine andere, da wo es keine Eichhörnchen gibt). Nachspielzeit. 0:0

Alle sind noch ausgelassen und guter Dinge. Wirklich ALLE! Nicht nur wir. Die Leute reden miteinander und lachen und jubeln und feuern an und klatschen und fiebern mit. Dann das treffende Tor der Japaner. Totenstille. Ganz so, als hätte Horst seine Frau Gabi beim Abendbrot eine verpasst, während klein Justin und klein Chantal daneben sitzen.  Ganz so, als hätte Japan seinem Euro-Freund Deutschland beim Fussbalspiel ein Tor untergejubelt, während die Fangemeinde und Kuhschubsers Club zuschaut. Neineinein... Während klein Justin, also die Fangemeinde niedergeschlagen dasitzt und nicht weiss, was er tun soll, feiert Chantal, also wir, weiter ihre eigene Party mit Playmobilponys.

Wir lachen, feixen, jubeln und lassen uns nicht vom depressiven Trauergejammer mitreissen. Ganz zum Leid aller Anwesenden. Die Kerle reden lauthals davon, irgendwelche Frauen aufzureissen, die direkt neben uns sitzen. Gaaanz unauffällig. Wir mussten ja so lachen!

Denn: Wir lachen auch dann, wenn alle anderen die Deprikugel schieben. Denn wir haben ja uns!

 

Platz 3: Kerl beim Joggen

Auf dem Weg nach Hause ist mir 15 Minuten vorm Ziel ein Kerl entgegen gerannt gekommen. Er war sicherlich so zwischen 17 und 21. Mit Musik in den Ohren ist er die grosse Hauptstrasse entlang gejoggt. Sein strohblondes Haar war für meinen Geschmack etwas zu lang und wäre es schwarz, hätte ich ihn als Emo enttarnt. Seine Grösse war so mittelmässig. Nicht klein, aber auch nicht riesig, sein Gesicht rosa angelaufen. Klar, er war ja auch rennen, da darf das schon sein. Alles in allem hätte ich ihn womöglich als einen recht sexy Kerl  eingestuft, wenn... da nicht dieser quälende Gesichtsausdruck wäre, der mir sagen wollte „So verdammter Sch***rotzfu**!! Ich werde nie wieder joggen gehen! Ich hasse es!“ Das war dann doch eher unsexy.

Man(n) merke also bitte: Gesicht verziehen beim Joggen ist eeecht ... uncool.

 

 

 

 

12.7.11 19:30, kommentieren

Komische Gedanken - Der erste unwichtig, der zweite bedeutsam

Eigentlich sollte ich ja, wie die letzten Wochen schon, meine Bachelorarbeit schreiben. Allerdings muss ich echt gerade Pause machen, weil ich mal wieder feststecke. Zudem wirbelt mir die ganze Zeit ein Gedanke im Kopf herum, der genau genommen total trivial ist und mich ehrlich gesagt gar nicht beschäftigen sollte. Tja, und doch tut er es. Danke Gehirn, dass ich mir gerade über Stuss den Kopf zerbreche!

Es geht um Folgendes: Anfang April habe ich angefangen ein Onlinespiel zu spielen und war dort auch ziemlich häufig zugegen. Zu häufig, wenn ich es im Nachhinein betrachte. Jeden Tag am besten meine gesamte Freizeit. Und da ich in der Vorbereitung für die Bachelorarbeit war, meine Gedanken aber eh nicht auf diese Thematik lenken konnte, kam mir dieses Spiel gerade recht. Ablenkung, Unterhaltung, Abschalten von den verworrenen Gedanken im Kopf und all den Problemen, die sich in dieser Zeit dummerweise angehäuft hatten. Auch hier, im Nachhinein betrachtet ist ja alles gut gegangen und ich habe mir viel zu sehr den Kopf zerbrochen. Das bin wohl ich.

Aber zur Sache,ich schwafel um den heissen Brei herum.

Da ich nun also sehr lange und sehr oft in diesem Spiel anzutreffen war, hatte ich so einige nette, gemeine, spassige, nervende, liebevolle, aggressive Mitspieler antreffen können. Mit einigen hat man sich dann sehr, sehr häufig geschrieben, war zusammen im Spiel unterwegs und hat innerhalb der Gilde eine Menge Blödsinn geschrieben.

Jetzt bin ich halt nicht mehr so oft dort online. Erstens wegen der Arbeit, zweitens hat der Reiz des Spiels mit der Zeit schlichtweg nachgelassen. Wenn ich dann doch noch einmal für ein paar Minuten ins Spiel schaue (das letzte Mal vor gut zwei Wochen. Deswegen wundert es mich, dass ich ausgerechnet JETZT diese Gedanken habe)... Wo war ich? Ach ja. Wenn ich dem Spiel also mal kurz einen Besuch abstatte, hat mich die Hälfte dieser Leute scheinbar völlig aus dem Gedächtnis gelöscht. Klar, aus den Augen aus den Sinn. Wer nicht permanent online ist, ist uncool, noobisch, meint es nicht ernst mit dem Spiel. Was solls? Das ist mir recht. Ich habe besseres zu tun, als flüchtige Internetbekanntschaften zu betrauern.

Neben diesen Ignoranten gibt es aber auch noch jemanden, der es unglaublich schade findet, dass ich nicht so oft spielen komme. Dann schreibt er mich früher oder später, oft aber sofort nachdem ich eingeloggt habe oder er sich, und wirft mich quasi um vor Freude. Wenn ich schreibe, dass ich nicht lange bleibe, wird lauthals protestiert; wenn ich dann Abschiedsworte tippe, kommt ein "nein bitte bleib" usw.

Ich meine... hallo? Wow! Bin ich denn die einzige, die er zum Schreiben hat? Nein, bin ich nicht. Er schreibt auch mit vielen anderen aus dem Spiel. Dennoch habe ich immer wieder das Gefühl, dass er andere "Gespräche" links liegen lässt, wenn ich da bin.

Das Gefühl ist wirklich merkwürdig. Ganz objektiv betrachtet. Ich möchte ihm gar nicht unterstellen, dass er sich irgendwas erhofft. Das wäre einfach nur Head against Wall. Er ist fünf Jahre jünger als ich, wohnt am anderen Ende Deutschlands und kennt mich nur über das Spiel. Ich glaube wirklich, dass er sich einfach nur freut, wenn ich da bin. Vielleicht ist ja genau dieser Fakt so merkwürdig. Obwohl ich so selten da bin, vergisst er mich nicht, freut sich und das ohne Hintergedanken.

Ja, ich hatte gewarnt, dass dieser Gedanke sehr trivial sein wird.

Dann ist da aber noch eine andere Sache, die mich den ganzen Tag beschäftigt. Gestern habe ich einen Text einer ehemaligen Freundin gelesen und musste fast weinen. Sie hatte mir in diesem Text ein Stück aus ihrer Vergangenheit offenbart und erklärt, warum sie Abstand von mir nehmen wollte. Bis sie mir diesen Text geschickt hatte, konnte ich nicht verstehen, wieso sie auf einmal wegrennen wollte.

Wir waren wie Seelenverwandte, irgendwie. Wir dachten oft das Gleiche, hatten den gleichen Humor, gleiche Themen, die uns beschäftigten. Wir kamen super miteinander aus, haben uns oft getroffen und oft miteinander geschrieben. Blödsinn haben wir gemacht, sehr viel, aber auch über ernste und bewegende Dinge geredet. Sie war einige Jahre jünger, aber das machte gar nichts. Es passte einfach.

Und auf einmal... wollte sie weg von mir. Das hat mich völlig wahnsinnig gemacht und sehr traurig. Ich wollte nicht einfach loslassen und wegschmeissen, was wir beide hatten. Belagert habe ich sie. Nicht wie jemand, der klammert und unausstehlich nervt, hoffentlich, sondern wie jemand, der den plötzlichen Zusammenbruch einer Freundschaft nicht versteht. Ohne Gründe wollte ich sie nicht gehen lassen.

Diese Gründe gab sie mir mit dem Text und ja, ich habe es verstanden. Aber sie schrieb ein paar Sätze, die ich erst hinunterschlucken muss. Wahrscheinlich ein zweites Mal, da ich sie damals schon verarbeitet habe. Oder auch nicht.

Zusammengefasst ist sie vor mir weggerannt, weil ich zu 100% ehrlich bin und niemals jemandem etwas Böses möchte. Ich passe auf meine Freunde auf, als wären sie Schäfchen, hintergehe sie nicht, als wäre ich der Wolf, versuche sie nicht zu enttäuschen, als würde ich selbst ein Schaf sein und beissen. Bis heute kann ich mich nicht erinnern, dass ich einen Freund selbst aus Versehen so verletzt habe, dass eine Narbe übrig geblieben ist. Die Probleme meiner Freunde nehme ich ernst, egal wie dämlich sie erscheinen mögen. Ich bin ausnahmslos da, wenn ihnen die Luft zum Atmen fehlt, fahre hin um zu trösten, zu beraten, zu stützen, zu lehren, zu umsorgen, zu schützen, zu ermutigen. Schon immer.

Sie gehörte dazu. Für sie wäre ich sofort gesprungen, wenn es ernst werden würde. Nachfolgend sind nicht ihre Gründe zitiert, denn diese haben hier nichts verloren und nie im Leben würde ich sie mit jemandem teilen, sondern ihre Art, mit diesen Gründen umzugehen.

"Nur wenn ich niemanden an mich ran lasse, bin ich sicher; nur wenn ich alles vergesse und jegliches Gefühl abblocke, kann ich verhindern, dass ich endgültig dem Wahnsinn verfalle.

All deine Worte waren immer alle so lieb und der kleine Rest in mir wollte dir immer glauben und vertrauen. Ich habe wirklich angefangen dir zu glauben, dir zu vertrauen, aber je größer mein Glück wurde, jemanden gefunden zu haben, der es ausnahmsweise mal ehrlich meint, umso größer wurde meine Angst, dass wenn du gehst, ich auch noch diesen kleinen Platz in mir verliere und ich dann ganz abgestumpft bin."

 

Wäre ich wie so viele sogenannten "Freunde", die ihre Freunde bei der erstbesten Gelegenheit wechseln wie Unterhosen, wäre sie wahrscheinlich noch Teil meines Lebens. Mehr oder weniger womöglich, aber doch da.

Weil ich aber so "lieb" bin und ihre Gründe verstehe, liess ich sie schweren Herzens gehen. Ja, ich bin lieb. Das bin ich wirklich. Aber nicht lieb im Sinne von langweilig oder Mauerblümchen, sondern lieb im Sinne von unverletzend, verständnisvoll und behutsam, wenn es um andere Menschen geht.

Nur ein einziges Mal habe ich sie wiedergesehen. Zufällig. Wir haben uns unterhalten, aber es war... distanziert. Genau das, was sie wollte. Allerdings genau das, was ich nicht kann.

 

In Gedanken an eine fortgelaufene Freundin,

.Kuhschu.

 

Edit: Toll, irgendetwas hat mir gerade mein Bloglayout zerschossen. Oder bin ich die Einzige, die das sieht? Dicke, fette, überdimensional Grosse Buchstaben hier rechts und in den vergangenen Einträgen. Hübsch, hübsch. Ja, ich werde alt und brauche extra grosse Schrift...

Editedit: Hui, jetzt wurde es wieder weggezaubert. Ich bin verwirrt. Technik die begeistert.

1 Kommentar 12.7.11 14:54, kommentieren