Gehirnpups-Tag

So ein Mist. Nicht im Zeitplan, aber hey! Die erste Fassung meiner süssen, kleinen, handgerechten Bachlarbeit ist fertig!! Das müsste ich eigentlich feiern, aber dafür habe ich keine Zeit.  Ich fühle mich wie das Kaninchen von Alice im Wunderland. „Oh seht, oh seht! Ich komme viel zu spät!“ Keine Zeit, keine Zeit! I’m late!

Trotzdem ist es erst einmal eine riesige Erleichterung. Und nächsten Freitag ist dann endlich alles vorbei! Dann werde ich mich wieder ins Leben schmeissen und mich sozial überintegrieren. Meine Freunde haben schon versprochen, mich zu resozialisieren, damit ich nicht ganz so verloren bin. Ganz so, wie sie es mit unserem verstrahlten Hamsterplüschmaskottchen versuchen, aber seit Jahren aus mir nicht erfindlichen Gründen scheitern... Vielleicht liegt es an seinen rosa Haaren, dem gelben Fell oder den verdrehten Augen. Ich weiss es nicht. Aber er versucht es doch wirklich!

 

Bild eines Baumes 

 

Meine To-Do-Liste ist echt lang. Sämtliche Freunde wollen mich als Besuch haben bzw. ich will und lade mich einfach selbst ein. Ausserdem muss ich unbedingt Klamotten einkaufen. GRUSEL! Ich hasse es. Ja wirklich, ich hasse es tatsächlich.

Ich wollte eigentlich schon seit dem Morgen an der Arbeit schreiben, habe aber bis 9 Uhr geschlafen und mich dann mit meinem Papa verquatscht. Als ich mich endlich ransetzen wollte, kam einfach nichts Gescheites aus meinem Schädel raus. Ich hatte das Gefühl, dass meine Gedanken von einem gigantischem Gehirnpups abgewürgt wurden. Ganz recht, Gehirnpups. Der ist da, wenn man zum Beispiel etwas erklären möchte, aber es kommt nur BLA dabei heraus; wenn man sich verhaspelt, verzettelt, einfach nicht auf den Punkt kommt oder Quatsch erzählt. Mein Bruder und ich schmeissen uns dann oft lauthals ein „Gehirnpuuuuuups“ an den Kopf, um darauf aufmerksam zu machen, dass der jeweils andere gerade Sülze redet. Dann müssen wir immer lachen. Primest!

Bis 14 Uhr oder so sass ich vorm Laptop und habe ihn gewissermassen doof angeschaut. Irgendwann wusste ich nicht einmal mehr, ob mein Gehirn den Laptop anpupst oder der Laptop mein Gehirn. Es war also Zeit, denn ich habe ja KEINE Zeit: Ich musste etwas unternehmen! Ich musste endlich wach werden und den Kopf quasi durchlüften.

Also eine Runde rennen gehen. Umziehen und ab dafür! Tja, ich habe dann auch recht schnell zu spüren bekommen, dass es zwischen 14 und 15 Uhr war und dementsprechend die Mittagssonne ballerte. Mein Papa hat mich nur angeguckt und den Kopf geschüttelt, ganz als würde er sagen wollen „Ich sage nichts mehr, du bist alt genug.“

Zurück zu Hause stellte ich mich auf die Terrasse neben Mamsiii, Papsiii und Omilein. Ich sah aus, als wäre ich in einen Pool gesprungen. Nein, nicht ganz. Ich sah aus, als hätte ich meine Arme, meine Beine und meinen Kopf in einen Pool gesteckt, während mir ein Eichhörnchen auf den Rücken puscht. Es lief und tropfte!

Habe dann auch glattweg erst einmal ein ordentliches Stück Windbeuteltorte verschlungen. Die hat mich so hoffnungsvoll angegrinst und ich hörte sie schon förmlich mit piepsiger Stimme sagen „Iss mich! Ich schmecke guuuut!“ Ja, sie schmeckte gut!

Es ist ein schönes Gefühl, wenn man den Sport nicht macht, um abzunehmen. Dann kommt man danach wieder Heim und frisst sich erst einmal voll. Und alles ist genauso wie vorher!

Während ich so meine Torte auffutterte, holte meine Omi ihr Fernsehprogrammheftchen und schlug direkt die Mitte auf. „Nik, magst du das haben?“ Ich beschaue mir das Gezeigte – eine Doppelseite mit Harry Potter and Friends! Da musste ich erst einmal lachen. Bombastisch! Was zur Hölle sollte ich mit einem Miniaturposter von Harry und den anderen Harlekinfiguren? Zugegeben, ich fand die ersten 5 1/2  Bücher ziemlich gut, aber da war ich... jünger. Die restlichen 1 1/2 Bücher und die Filme fand ich dann eher enttäuschend und meine Pottermanie wurde recht schnell geheilt.

Andererseits... wer hat mit fast 23 Jahren noch eine  Harry Potter Doppelseite bei sich an der Zimmerwand zu hängen?? Damit kann ich bestimmt Eindruck machen, wenn ich während meiner Resozialisierung einen Kerl nach dem anderen in mein Zimmer abschleppe...

Gleich morgen frage ich meine Oma, ob ich es nicht doch haben darf! [Wäre mein Bruder da, würde er jetzt wohl sagen: „Gehirnpuuuuups!“]

16.7.11 23:49

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