Irgendwo in meiner Hobbyliste der "Über..."-Seite stehen mittendrin die bescheidenen Wörtchen "lesen, schreiben". Was mag das wohl zu bedeuten haben? Vermutlich, dass ich gerne einen Text in die Hand nehme und die Seiten Wort für Wort aufsauge. Ebenso, dass ich gewiss sehr gerne Worte zu Papier oder auch zu Laptop bringe.

Auf meinem Laptop stapeln sich mittlerweile eine Unmenge an Texten. Da ist alles Mögliche dabei. Wenn mich jemand oder etwas aufregt, muss ich es verarbeiten und in säuberlich sortierten Gedanken sozusagen auf Papier brüllen. Das ist meine Weg, mit Problemen umzugehen, die ich angehen und bewältigen möchte. Ich brauche zuerst eine Art roten Faden, bevor ich mich dem Problem stellen, mit anderen einfach darüber reden oder es mit betroffenen Personen ausdisskutieren kann.

Neben den ganzen Selbsttherapie-/Problemtexten häufen sich die Word-Dokumente einzelner Geschichten. Alle angefangen, doch so gut wie keine beendet! Ich schreibe und schreibe, die Geschichten werden länger, grösser und umfangreicher. Ganze Bücher könnte ich mit jeder einzelnen stopfen, doch irgendwann schreibe ich nicht mehr weiter. Eigentlich schade, aber was solls. Ich schreibe nicht für andere, sondern für mich.

 

Und das Lesen. Ja, das Lesen, wie wunderbar! Da meine Liste an Büchern langsam meine Ziel-Seite platt macht, ist es wohl an der Zeit, eine eigene kleine Bibliothek aufzumachen. Hier sind alle Bücher aufgelistet, die ich seit ca. Januar/Februar 2011 komplett durchgelesen habe bzw. durchlesen wollte. Bücher, in denen ich nur Kapitelweise gelesen habe, sind hier nicht aufgelistet. Das würde definitiv den Rahmen sprenge, denn davon gibt es viel zu viele...

[Wer kapitelweise Bücher liest? Ich. Nämlich Sach-/Fachbücher. Da lese ich nur, was ich noch nicht kenne und was mich interessiert. Logisch oder?]

 

Demnächst:

*Ilias + Odyssee [204/776]

-Ilias [.]

-Odyssee [.]

*Die Leute von Seldwyla + Kommentar [69/863]

-Erster Band [.]

----Pankraz, der Schmoller [#]

----Romeo und Julia auf dem Dorfe [.]

----Frau Regel Amrain und ihr Jüngster [.]

----Die drei gerechten Kammacher [.]

----Spiegel, das Kätzchen [.]

-Zweiter Band [.]

----Kleider machen Leute [.]

----Der Schmied seines Glücks [.]

----Die missbrauchten Liebesbriefe [.]

----Dietegen [.]

----Das verlorene Lachen [.]

-Zusatztext [.]

----Der Schneidergessele, welcher den Herrn spielt [.]

*Gutes Benehmen [.]

*Ich denke, also spinn ich [.]

*Die Bibel [Ja, auch wenn ich atheist bin, will ich sie mal gelesen haben]

*Die Erzählungen aus den Tausendundein Nächten [S. 0 / knappe 5000 Seiten o.O - Pro Tag also 13,7 Seiten und dann hat mans in einem Jahr auch schon durch ^^]

 

 

 

Norman Doidge ** Neustart im Kopf [# S. 378/378]

Absolut empfehlenswert! Ich habe es mir wegen der Bachelorarbeit besorgt, aber ich hätte es zu 100% auch ohne "Zwang" gelesen. Das menschliche Gehirn ist unglaublich! Es ist fähig, sich von schlimmen Unfällen zu erholen, indem es sich regeneriert und neu strukturiert. Anhand zahlreicher Beispiele werden diese Vorgänge beschrieben, Experimente, Versuche und Studien erklärt und Geschichten von Betroffenen wiedergegeben. Wer sich dafür interessiert, wie sein kleiner Denkautomat funktioniert, sollte sich das unbedingt zulegen. Eigentlich auch jeder andere, weil es eine wichtige Erkenntnis für jedermann ist. Wer weiss, wie sein Hirn tickt, kann sich darauf einstellen und ihm das Beste abgewinnen.

 

Stefan Weber ** Das Google-Copy-Paste-Syndrom [# S. 182/182]

Plagiatsfälle noch und nöcher. Das Übernehmen fremden Eigentums in eigene Arbeiten. Stichwort zu Guttenberg. Es geht nicht um seinen Fall, aber um die Thematik. Und darum, dass das Internet es uns ermöglicht, schnell und einfach zu kopieren, zu zerstückeln und Texte als unser eigenen auszugeben. Auch für meine Bachelorarbeit.

 

Amft, Gerspach & Mattner ** Kinder mit gestörter Aufmerksamkeit [# S. 176/176]

Für meine Bachelorarbeit und sehr interessant. Hier wird die Problematik des ADHS und der endlosen Pillenverschreiberei aufgegriffen. Sicherlich nichts für einen Normalleser, aber ich fand es wirklich gut, dass jemand ein kritisches Wort zu der damaligen Lage geliefert hat.

 

Homer ** Ilias + Odyssee (nach Voss) [S.200/776]

in Warteschleife wegen der Bachelorarbeit

Was ich bis jetzt gelesen habe, ist wirklich super. Ich habe mir wegen der Sprache die Übersetzung von Johannes Heinrich Voss besorgt. Er hat den Hexameter von Homer beibehalten und da er es vor ca. 200 Jahren übersetzt hat, ist auch die Sprache dementsprechend... schwierig. Wenn man sich jedoch erst einmal eingefuchst hat, liest es sich fast genauso schnell, wie heutige Texte. Ich hätte es wirklich nicht gedacht und musste ordentlich daran arbeiten, aber nach ca. 50 Seiten gehts echt flüssig voran.

 

Jack London ** Ruf der Wildnis [# S. 135/135]

Jack London! Seit meiner Kindheit ist er mir ein Begriff. Wolfsblut hatte mich schon damals verzaubert und wahrscheinlich ein Grund, warum Wölfe meine Lieblingstiere geworden sind. In Ruf der Wildnis geht es um einen Mischling namens Buck. Er schlägt sich wie Wolfsblut durch ein hartes, raues Leben. Rache, Überleben, stark sein. Auf den letzten Seiten kamen mir sogar die Tränen, weil es so berührend ist. (Nein, er stirbt nicht!) Die Worte gehen wirklich unter die Haut. Die Übersetzung, welche ich gelesen habe, hatte auch eine wunderbare Sprache, welche lohnenswert war zu lesen. Wer sich von personifizierten Tieren nicht abschrecken lässt, findet hier sicherlich eine umwerfende Geschichte.

 

Aldous Huxley ** Brave New World [# S. 323/323]

Das war ein Kampf! Und dann auch noch ein englischer dazu! Die erste Hälfte hat mich fast einen Monat in Anspruch genommen, weil ich nur ein paar Seiten auf einmal lesen konnte. Langwierig und schwierig. Sehr steril, ungeschmückt und distanziert. Das ist für mich sehr kompliziert zu lesen, wenn eine kühle Gesellschaft beschrieben wird, in der alles vorbestimmt ist. Ein recht ordentlicher Gegenschlag zu Utopia. Die zweite Hälfte hatte ich dann in zwei Tagen durch! Dort kam etwas Gefühl dazu und vor allem etwas Menschlichkeit hinzu, weil ein Junge von ausserhalb der Gesellschaft in diese hereingestolpert kam und sich in ihr zurechtfinden musste. Das war dann sehr interessant.

 

Ernst Theodor Amadeus (E.T.A.^^) Hoffman ** Der goldne Topf [# S.128/128]

Das ist Literatur pur! Die Wörter! Diese Sätze! Ein Genuss für die Zunge und für den literarischen Geist! Die Geschichte hat mich eigentlich nicht sonderlich vom Hocker gehauen, aber die Sprache ist so einmalig, so poetisch, so wertvoll, dass ich es garantiert noch einmal lesen werde. Und noch einmal und noch einmal. Wer also Spass an der deutschen Sprache und ihren fantasiereichen Möglichkeiten hat, der sollte dieses Werk unbedingt lesen!

 

Thomas Muros ** Utopia [# S.190/190]

Das wollte ich schon lesen, seit dem ich "Auf immer und ewgig" mit Drew Barrymore gesehen habe. Dort wird nämlich daraus zitiert und dass nicht gerade ohne! Erst erschafft sich ein Staar seine Diebe, weil er ihnen nichts zu essen gibt, und dann bestraft er sie. Im 16. Jahrhundert war das sicherlich nicht von der Hand zu weisen. Es ist eine sehr interessante Schrift, wie ein Staat funktionieren könnte. Unter der Prämisse, dass 1516 alles recht rüde gehandhabt wurde, finde ich die Ideen von Muros echt fortschrittlich. Lesenswert, wenn man es nicht mit dem heutigen Staatswesen vergleicht, sondern mit dem damaligen.

 

Rudyard Kipling ** Das Dschungelbuch [# S.236/236]

Mowgli oder auch Mogli. Wer kennt ihn nicht, den kleinen Jungen, der von Wölfen aufgezogen wurde? Spätestens seit dem Disneyfilm ist er sogar bei den Kindern beliebt. Dabei ist das Original nicht so kinderfreundlich. Rau, grob und rachlüstig. Das ist das Leben im Dschungel und so ist auch Mowgli. Neben Mowglis Abenteuer (die ersten drei Kapitel) enthält das Dschungelbuch noch vier weitere Geschichten, z.T. ganz woanders auf der Erde. Was "die weisse Robbe" mit dem Dschungel zu tun hat, weiss ich nicht, aber es war trotzdem eine gute Geschichte. Alles in allem ein sehr, sehr schönes Buch, wenn man sich von den lieben, hilfsbereiten Charakteren von Disney verabschieden kann.

 

Jostein Gaarder ** Sofies Welt [S.190/606] 

Werde ich es jeeee auslesen?? xD Ich habe es noch immer nicht fertig. Dabei ist es sooooooo süss! Aber da steht so viel Interessantes zum Thema Philosophie drin, dass ich es nicht nur als Geschichte lesen möchte, sondern Notizen mache und sogar daraus lernen will. Deswegen dauert es so lange... Ich will alles wissen und behalten, was dort in der Geschichte steht. Das ist echt anstrengend. Bis jetzt aber ein super Buch! 

 

Thomas Steinfeld ** Der Sprachverführer [# S.246/246]

Die Deutsche Sprache kann so einiges. Gerade weil sie so kompliziert ist, macht sie die Sprache lebendig und dynamisch. Man bekommt Einblicke in den Verlauf der deutschen Sprach- und Schriftentwicklung und versteht, warum Goethe, Schiller und co. solch besondere Menschen waren. Diese Schriftsteller waren es, welche umwerfende Wörter wie Hirngespinst, Zartgefühl oder Leidenschaft überhaupt erst ins Leben gerufen haben. Sie haben dem damals chaotischen, durchwachsenem Deutsch mit ihren Schriften erst eine Form gegeben. Denn deutsch war nicht immer so definiert wie heute, sondern ein Mischmasch aus allem. Sehr, sehr interessantes Buch, besonders dann, wenn man gerne list, schreibt und redet.

 

Guy Deutscher ** Im Spiegel der Sprache [# S.283/283]

In diesem Buch geht es um Sprache und Kultur. Inwiefern prägt die Sprache die Kultur und vice versa? Warum kennen manche Kulturen noch immer die Farbe BLAU nicht? Und: kennen sie die Farbe wirklich nicht oder haben sie nur keinen Namen dafür? War mal ganz nett zu lesen, ich hatte mir aber mehr erhofft. Zuweilen hatte ich das Gefühl, dass Seiten mit unwichtigen Theorien vollgestopft wurden, weil diese dann zwei Seiten später als überholt erklärt wurden, welche wiederum als falsch entlarvt wurde u.s.w. Naja, zumindest hat es mich angeregt, Homers Ilias und Odyssee lesen zu wollen.

 

Nicholas Carr ** Wer bin ich, wenn ich online bin [# S.384/384]

Sehr interessantes Buch, welches einen kritischen Blick auf das Internet wirft. Wenn man das gelesen hat, überdenkt man die Art und Weise seiner Internetnutzung. Kann ich nur empfehlen, an jedermann. Egal, ob Internetkritiker oder Internetjunky. Zumindest sollte man wissen, wie das Internet auf unser Gehirn wirkt. Aus diesem Buch ist die Idee für meine Bachelorarbeit entstanden.